Wie gestern bereits geschrieben, war es schon ein bisschen komisch,
mitten in der Stadt auf einem Krankenhausparkplatz aufzuwachen. Um unseren Bulli herum
standen bereits Autos von Besuchern des Krankenhauses und wir standen langsam auf, zogen uns
an, nahmen die Gardinen ab und ließen etwas Luft in den Bulli. Ich ging noch schnell auf die
Krankenhaustoilette, putzte dort meine Zähne und dann machten wir uns auch schon auf den
Weg. Wir wollten einen gemütlichen Ort mit schönem Ausblick finden, um uns dort zum
Frühstücken niederzulassen. Nach einigen Kilometern, die wir am Rhein entlang fuhren, wurden
wir in Bad Breisig fündig und stellten usn dort an den Straßenrand, von dort hatten wir
einen direkten Blick auf den Rhein und ein paar Berge. Wir öffneten das Bullifenster,
deckten den Tisch und frühstückten ausgiebig.

Nach dem Frühstück ging es weiter am Rhein entlang, wo wir durch
den kleinen Ort Andernach fuhren. Nach kurzer Zeit fielen uns mehrere Schilder auf, die
Werbung für den Vulkanpark machten. Irgendwie haben mich die Schilder angezogen und ich
wollte mir das Ganze mal aus der Nähe angucken, so suchten wir den nächsten Parkplatz und
hielten an. Ganz in der Nähe befand sich das Informationszentrum des Vulkanparks, in dem man
auch Tickets kaufen konnte, um den Andernacher Geysir bestaunen zu können. Anscheinend
befand der sich etwas weiter ausserhalb, sodass man dort mit dem Boot hingebracht wurde, um
dann dort zu sehen, wie ein Wasserstrahl aus einem Loch im Boden kam. Wir haben uns dafür
entschieden, dass uns die Bilder im Informationszentrum ausreichten und wir nicht unbedingt
mit dem Boot da rüber fahren mussten. Gut, dass wir uns bei sowas immer ziemlich einig sind
und lieber auf eigene Faust Orte erkunden und nicht nur solche vollen Touri-Punkte
abklappern. Wir sind aber im süßen Örtchen Andernach noch ein wenig spazieren gegangen und
sind auf eine alte Festungsanlage gestoßen, auf die man auch hochgehen und von dort aus über
den Rhein gucken konnte. Dort haben wir einfach ein wenig gestanden, uns den Wind um die
Ohren pusten lassen und den schönen Ausblick und die zweisame Zeit genossen!


Nachdem wir Andernach verlassen haben, sind wir am Rhein entlang
weiter Richtung Koblenz gefahren, um dort die Stadt und das deutsche Eck anzuschauen. Ich
war bereits vor Jahren mal für einen Tag in Koblenz (als wir in der 10. Klasse in
Traben-Trabach auf Klassenfahrt waren haben wir einen Tagesausflug nach Koblenz gemacht -
alle anderen waren in München oder Berlin - wir waren in Traben- Trabach, olé!). Ich konnte
mich aber so gut wie gar nicht mehr an die schöne Stadt erinnern, bzw. habe damals einfach
nicht so sehr auf die schönen Gebäude und diese wunderschöne Natur geachtet, sondern hatte
eher Augen für die Jungs aus meiner Klasse und die nächste Bar, haha! ;-) Dieses Mal konnte
ich alles viel mehr genießen und hatte nur Augen für meinen Herzmann, die wunderschöne Natur
und die hübschen Gebäude in Koblenz.

Da ist sie übrigens, die Zaubertfel, von der ich im ersten Reisebericht-Post bereits erzählt hab! Mein Herzmann ist
so begabt und hat mal eben das ganze Moseltal mit Bergen und Fluss darauf gezeichnet!
Wir parkten an der Krombachtalsperre und liefen dann ca. 2
Kilometer ganz gemütlich Richtung Innenstadt und deutsches Eck. Auf diesem Spaziergang
erlebten wir so einiges und sahen wirklich beeindruckende Orte. Als erstes gingen wir
natürlich oben auf die Brücke über der Talsperre und schauten und die gewalteigen Wellen
unter uns an. Außerdem hatte man von dort einen super Blick am Ufer entlang und konnte in
der Ferne eine weitere Brücke sehen und das deutsche Eck bereits erahnen. Auf dem weiteren
Weg kamen wir an einer kleinen „Insel“ vorbei, die wir natürlich direkt erkunden
mussten. Im Prinzip war das einfach nur ein Stück Land, welches durch einen schmalen
naturgewachsenen Steg mit dem Ufer verbunden war. Darauf gab es schöne Blumen, Büsche und
Steine zu entdecken, aber es war nur so ca. 200qm groß und darum ziemlich gut überschaubar
und schnell war alles entdeckt. Ich habe aber die Zeit genutzt und ein paar Detailaufnahmen
von Blumen gemacht:
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Nachdem ich mich dann fotografisch ausgetobt habe, sind wir
weiter am Ufer entlang Richtung „deutsches Eck“ gelaufen, wo wir bereits von
einem kleinen „Strom“ von anderen Touristen mitgerissen wurden. Zwar war es
Herbst und auch nicht mehr die typische Urlaubszeit, aber trotzdem merkt man an solchen
Orten, dass die das ganze Jahr über interessant sind und gut besucht werden. Dort
angekommen, hatte ich mir selbst die Aufgabe auferlegt, alle der dort aufgestellten Flaggen
an Masten den jeweiligen Ländern zuzuordnen. Es waren dort alle 16 Bundesländer, Europa,
Deutschland und USA vertreten und ich war froh, dass ich meinen Herzmann dabei hatte, der
mir wirklich jede Bundeslandflagge auswendig aufsagen konnte - der weiß aber auch echt
alles! Danach bestaunte ich den Rest - die Reiterstatue, den Ausblick, die Berge und alles
andere, was dort zu bestaunen war!



Da es an dem Tag ganz schön frisch war und auch die Sonne sich
nicht zeigte, wurde es schnell kalt. Somit gingen wir, nachdem wir alles bestaunt und
fotografiert hatten, in Richtung Stadtmitte und haben uns da ein Café gesucht, in dem wir
etwas Warmes trinken und uns ein wenig ausruhen konnten. Wir fanden an einer Ecke in einer
kleinen Seitenstraße das Café Miljöö, das draussen bereits mit dem Schild „frische
Waffeln“ lockte und uns damit überzeugte. Auch drinnen war es total süß eingerichtet
und mit alten Bildern von Filmen dekoriert. Wir bestellten uns dann also die bereits
angeteaserten Waffeln mit Kirschen und Vanilleeis und dazu gab es warme Getränke und wir
wärmten uns von innen und aussen auf. Nach dem gemütlichen Päuschen ging es dann weiter die
Stadt Koblenz besichtigen - wir sahen schöne Gebäude in verschiedensten Farben und schön
verziert.
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Nach ca. 5 Stunden Aufenthalt in Koblenz machten wir uns dann
langsam auch wieder auf in Richtung unseres Bullis, da wir am abend noch ein Stückchen
fahren wollten uns es schon langsam dunkel wurde. Am nächsten Tag mussten wir nämlich
bereits im Saarland sein, denn da hatten wir über das Wochenende das Glück an einer
Bloggerreise teilnehmen zu dürfen und für 2 Nächte im Hotelbett im Victor’s Hotel
übernachten zu können. Deswegen wollten wir an diesem Tag noch so weit in den Süden fahren,
wie es ging, um am nächsten Tag nicht zu spät am Hotel anzukommen. Wir fuhren also Richtung
Süden und machten noch einen kurzen Abstecher nach Trier. Das Doofe war, dass es schon
ziemlich dunkel war und auch regnete und wir noch nicht genau wussten, wo wir die nacht
verbringen werden. Darum mussten wir ziemlich schnell wieder aus Trier rausfahren und nach
einem öffentlichen Parkplatz Ausschau halten. Wir fuhren übrigens die ganze Zeit
ausschließlich nach Schildern und mit Hilfe unserer Straßenkarte und nutzen nur einmal unser
Handy, um das Hotel zu finden (obwohl das auch gut ausgeschildert war und wir das Handy
nicht mal gebraucht hätten!).


Wir fuhren also aus Trier wieder raus und ich stellte (seit
Langem mal wieder) fest, dass ich anscheinend an Nachtblindheit leide. Jedenfalls bilde ich
mir ein, dass ich im Dunkeln kein Auto fahren kann, weil ich nicht mehr weit gucken kann und
dadurch sehr unsicher werde. Also musste ich dann auch noch rechts ran fahren und
Fahrertausch machen und das, wo es regnete, wir beide müde waren und einfach keine Lust auf
Autofahren mehr hatten. Das war so die erste Situation, in der ich ein bisschen doof drauf
war und mich geärgert hab, dass wir nicht einfach ein Hotel gesucht haben. Als wir dann aber
noch ca. 15 km weiterfuhren, Michael den Bulli souverän durch die Dunkelheit lenkte und wir
dann endlich einen Rastplatz gefunden hatten, war alles wieder erledigt und die doofen
Gedanken waren wieder verflogen!


Kommen wir nun zu unseren täglichen Statistikaufzeichnungen des
4. Reisetages: wir haben so einige Tiere gesehn - und zwar flog ein Bussard direkt vor
unserem Fenster vorbei, als wir auf der Strecke zwischen Koblenz und Trier unterwegs waren.
Außerdem haben wir auf einigen Wiesen und Weiden schwarze Kühe, Pferde und braune Gänse
gesehen. Auch die „Am-Bulli-Stoß“-Statistik wurde am vierten Tag gefüllt, aber
nur von mir - ich stieß mir einmal den Fuß beim Hose anziehen morgens und abends hab ich
meine Hand gegen das Dach gehauen, als ich die Gardine aufhängen wollte - richig doof…
:-(


Übrigens hab ich während unserer Flitterwochen Bullitour Mal
wieder gemerkt, wie sehr ich mich in der Natur wohlfühle und dass es mir unheimlich Spaß
macht, mit offenen und aufmerksamen Augen durch die Natur zu streifen und Fotos davon zu
machen. Darum hab ich mich vor Kurzem auch dazu entschlossen, einen weiteren
Instagramaccount einzurichten, auf dem ich ausschließlich meine
„Fotografie-Bilder“ zeige, also Momentaufnahmen von der Natur, von Gebäuden,
Menschen oder was auch immer mir in mein „Fotografenauge“ und vor meine Linse
fällt.


Morgen geht es dann, nicht, wie oben geschrieben mit dem
Victor’s Hotel weiter, sondern mit dem, was wir davor noch gemacht haben. Wir hatten uns
nämlich etwas in der Zeit verschätzt und sind am abend noch so weit gefahren, dass wir am
nächsten Tag nur noch 30 km bis zum Hotel fahren mussten. Da wir erst gegen Mittag da sein
sollten, hatten wir als noch etwas für den vormittag planen wollen. Ob das alles so gekommen
ist, wie wir uns das vorgenommen haben und wieso Michael am fünften Tag unserer Reise
manches Mal aus dem Staunen nicht raus kam und mich nicht nur einmal als „beste Frau
der Welt“ betitelte, erfahrt ihr alles morgen! Seid gespannt! ;-)


